Danijel <3

07.05.2014 15:21

Danijel

 

Viele fragen mich in letzter Zeit, was mit meinem Beziehungsstatus in Facebook passiert ist, warum ich nicht mehr so viele Bilder reinstelle und fast gar nichts mehr poste. Ich habe früher mein halbes Leben auf Facebook verbreitet, solange bis mir klargeworden ist, dass alles was man reinstellt kommentiert, ausgewertet und be/verurteilt wird. Ich war nicht sorgsam genug bei der Auswahl meiner Freunde und so manche haben sich so gar nicht als „nett und lieb“ entpuppt.

Mittlerweile teile ich meine Bilder und Geschichten fast ausschließlich nur noch über Whatsapp mit meinen Freunden.

Freundschaft und Liebe

Meine Freundschaft mit Danijel hat aber genau in Facebook begonnen. Es war unglaublich, weil er mich zufällig an dem Tag angeschrieben hatte, wo mit meinem damaligen Freund Schluss war. Ich war durcheinander, traurig, wütend und sehr verletzt. Aus irgendeinem Grund hatte ich sofort Vertrauen und ich erzählte ihm die ganz Herz-Schmerz-Geschichte und er war sehr mitfühlend und tröstete mich. Er wollte mich unbedingt aufheitern, was ich so unheimlich lieb fand. Er half mir so sehr und ich fühlte mich so wohl in seiner Gesellschaft.

Es ergab sich bald, dass wir jeden Abend miteinander schrieben. Aber meistens nur so bis 22 Uhr, denn dann kam der „Kabeldieb“ – also Danijels Vater – und steckte das WLAN aus. Es war damals die einzige Möglichkeit in Verbindung zu bleiben, da war  Whatsapp noch nicht so bekannt. Es war eine sehr schöne Zeit und wir konnten Stunden miteinander verbringen, ohne dass uns fad war oder uns die Gesprächsthemen ausgingen. Unser erstes Telefongespräch war unheimlich peinlich. Wir wussten nicht was wir sagen sollten, seine tiefe Stimme hatte mich total aus der Bahn geworfen und nach ein bisschen herumgestotter legten wir schließlich auf. Im Nachhinein haben wir uns unheimlich geschämt, aber auch sehr darüber gelacht. Der nächste Versuch war erfolgreicher und ab da konnten wir gar nicht genug davon bekommen. Seine wundervolle angenehme Stimme war meine ganz besondere Droge.

Es war wirklich unglaublich, wie nahe wir uns gekommen waren. Jeder merkte gleich, wenn es dem Anderen schlecht ging. Wir waren füreinander da und vertrauten uns alles an.

Er war nach kurzer Zeit mein allerallerbester Freund geworden.

Der Altersunterschied von 1,6 Jahren war nie ein Problem - im Gegenteil, ich bewunderte ihn für seine Reife und für seine Einstellungen. Es gab nie Streit zwischen uns obwohl wir auch ernste Themen miteinander besprachen. Vor allem aber hatten wir jede Menge Spaß und Freude am Zusammensein.

Immer mehr merkte ich, wie stark ich mich zu ihm hingezogen fühlte, die Entscheidung eine Beziehung einzugehen war dennoch sehr schwer.

Als Danijel mich fragte, ob ich denn auf ihn stehen würde, versuchte ich mich zuerst rauszureden, aber er ließ nicht locker, bis ich ihm gestand, dass ich mich verliebt hatte. Es begann die glücklichste Zeit meines Lebens. Wenn ich heute dran denk, spüre ich immer noch die Schmetterlinge im Bauch. Wir waren ein Team, es gab nichts, worüber wir nicht redeten.

Leider wurde ich kurz darauf sehr krank. Durch einen Virus hatte ich eine Art Immunschwäche, es folgten Wochen wo ich in Quarantäne war und nicht rausdurfte. In die Schule zu gehen war lange Zeit unmöglich, ich versäumte sehr viel und musste alles zu Hause nachlernen. Danijel war immer an meiner Seite, baute mich auf, wenn mich schon wieder eine Erkältung erwischte oder ich schon wieder die ganze Nacht auf dem WC verbracht hatte. Er war unglaublich und so verständnisvoll, wenn ich schon wieder ein Treffen absagen musste wegen meiner Krankheit.

Niemand wusste von meinem Zustand, wir hielten zusammen wie Pech und Schwefel. Die Krankheit hatte noch weitere Auswirkungen, diese stellten sich erst später als großes Hindernis heraus. Durch die Isolation wurde ich sehr depressiv und ich tat mir sehr schwer, wieder Kontakte mit anderen aufzubauen. Meine Angst- und Panikattacken waren manchmal so schlimm, dass ich keine Luft bekam und schrecklich zu zittern begann. Die Erstickungsanfälle waren so häufig, dass ich große Angst hatte.  Ich kämpfe heute noch dagegen an. Und immer versuchte ich dies vor anderen zu verstecken, niemand sollte wissen, wie es mir wirklich ging. Nur Danijel war für mich da, war der wichtigste Mensch in meinem Leben. Nur seine Meinung zählte und seine Liebe war es, die mir half, dass es mir besser ging.  Es folgte eine wundervolle Zeit, mit vielen neuen Erfahrungen und schönen Stunden, die wir miteinander verbrachten.

Trennung und Freundschaft

Mit der Zeit begannen wir uns allerdings ein bisschen auseinanderzuentwickeln. Immer wieder mischten sich Leute in unsere Beziehung ein, wollten sich wichtigmachen und versuchten eine schlechte Stimmung zu machen. Auch aus diesem Grund wurden unsere Streits häufiger. Wir versuchten dagegen anzukämpfen, doch es wurde immer schwieriger und komplizierter, bis wir uns schließlich trennten.

Doch - nicht so wie bei vielen Anderen - fiel es uns beiden schwer, den Kontakt komplett abzubrechen. Zu groß war die Verbindung, dieses vertraut sein, zu groß die Angst, den wichtigsten Menschen im Leben zu verlieren. Das Single sein funktionierte nicht so wirklich. Dazu kamen noch Anfälle von Eifersucht wenn er sich mit anderen Mädchen traf. Wir wollten beide nicht loslassen, aber auch ein zweiter Versuch scheiterte schließlich. Zu unterschiedlich waren wir mit der Zeit geworden. Kurz vor den Sommerferien hatten wir dann einen fürchterlichen Riesenstreit, wo wir uns viele Dinge sagten, die wehtaten und nicht mehr rückgängig zu machen waren. Anfangs redeten wir uns ein, dass es nur eine Beziehungspause sei, doch es war offensichtlich vorbei. Es folgte ein ziemlich schrecklicher Sommer. Wir hatten zwar noch Kontakt, aber nicht mehr so viel und wenn, dann war es ziemlich angespannt zwischen uns. Ich hatte die Hoffnung auf eine Freundschaft oder gar auf Liebe schon aufgegeben.

Das Schicksal wollte es jedoch anders und im Herbst kamen wir uns wieder näher. Es war immer noch so viel Liebe da und es war auch wieder sehr schön und entspannt geworden. Freundschaft plus funktionierte sehr gut und über unseren Beziehungsstatus rätselten sehr viele. Wir waren glücklich, nur das zählte für uns. Leider gelang es uns aber nicht alle Probleme und Schwierigkeiten zu beseitigen und nach ziemlichen schwierigen Diskussionen beschlossen wir einen Tag nach meinem Geburtstag die endgültige Trennung.

Wie es weitergeht weiß ich leider nicht, noch stehen mir zu viele Gefühle im Weg und noch ist dieses Gefühl alleine zu sein, zu hart.

Danijel, wenn du das liest, es gibt so viel zu sagen, was ich gar nicht in Worte fassen kann. Ich danke dir für deine Freundschaft, für deine Liebe, für einfach alles was du mir geschenkt hast. Du bist der unglaublichste Mensch auf dieser Welt und ich bin so dankbar, dass ich dich kennenlernen durfte. Es tut mir alles so unglaublich leid, die vielen Fehler, die ich gemacht habe und was ich manchmal gesagt habe.

Du wirst ewig in meinem Herzen bleiben…

 

In Liebe

Sophie Anna Bayer